Mitglied Karsten Witte ist doppelter Deutscher Meister auf "patent³"

Wie in jedem Jahr begann die Saison 2011 für die "patent³"-Crew um Steuermann Jens Tschentscher (Segelverein "Weser") und Eigner Jürgen Klinghardt (SKWB), in Hamburg tätiger Patentanwalt, wieder sehr früh. Kaum war "patent³" Ende März im Wasser, so wurden die ersten Trainingsschläge vor Travemünde, traditioneller Heimathafen der "patent³", absolviert. Dabei wurden die Trainingsschläge wie immer zu Saisonbeginn nicht nur zum Warmsegeln der Crew, sondern auch für einen ausgiebigen Check von Boot und Material genutzt. Gegenüber der Weltmeister-Crew des Vorjahres gab es eine leichte Veränderung: Mit unserem Mitglied Karsten Witte konnte ein erfahrener Taktiker gewonnen werden, der sich seine ersten Sporen im Dickschiff-Segeln bereits Anfang der 90er-Jahre im Rahmen des berühmten "Aerosail"-Projektes verdient hatte, das bislang einzigartig war und von Jochen Schümann angeführt und von Daimler-Benz getragen wurde. "Mit Jens Tschentscher und Karsten Witte haben wir nun eine ganz hervorragende Afterguard", freut sich Eigner Jürgen Klinghardt. Die gesamte "patent³"-Crew besteht ausschließlich aus Amateuren.






Karsten Witte
Die ersten Practice-Races absolvierte "patent³" im Rahmen der Maibock-Regatta Anfang Mai vor Travemünde und der Fehmarn-Rund-Regatta Ende Mai ("navigatorisch durchaus eine Herausforderung", so Jürgen Klinghardt), wo "patent³" entsprechende Siege einfuhr.


"patent³" (Foto: Hajo Andresen - Wettfahrtleiter FSC)

Wegen Mangel an Zeit konnte leider eine Teilnahme an der Europameisterschaft in Norwegen nicht in Betracht gezogen werden, und für die Verteidigung des Weltmeistertitels in Kroatien war das Budget nicht angelegt. So suchte sich die "patent³"-Crew mit der erstmaligen Teilnahme an der Nordsee-Woche auf "patent³" sowie mit dem Ziel, sowohl auf dem Offshore-Teil als auch auf dem Inshore-Teil der Deutschen Seesegel-Meisterschaften erfolgreich zu sein, andere Herausforderungen.

Die Nordsee-Woche begann für "patent³" bereits am Freitagabend mit der Zubringer-Regatta nach Helgoland im Rahmen der "SE Vibe Out"-Regattaserie, die dann am Pfingst-Sonnabend mit zwei längeren Dreieckswettfahrten östlich der Düne abgeschlossen wurde. Dabei gelang es der "patent³"-Crew, sich den Hummer-Cup für den berechneten Gesamtsieg dieser Regattaserie zu sichern. Der zweite Streich folgte dann am Pfingst-Sonntag mit dem Sieg bei Rund-Helgoland nach berechneter Zeit über alle Klassen auf der großen Bahn. "Heute hatten wir einen wirklich guten Speed", freute sich Steuermann Jens Tschentscher, der zusammen mit Karsten Witte maßgeblich dazu beigetragen hatte, die Crew zur Teilnahme an der Nordsee-Woche zu bewegen. Und von der gesamten "patent³"-Crew wurde ausdrücklich die Wettfahrtleitung für die gewählte Regattabahn gelobt. Mit einem Sieg in ihrer Klasse bei der Helgoländer Acht gelang der "patent³"-Crew ein erfolgreicher Abschluss der Nordsee-Woche.


"patent³" (Foto: Hajo Andresen - Wettfahrtleiter FSC)

Als Nächstes stand die Kieler Woche auf dem Programm. Beim Kiel-Cup mit acht sportlichen Kurzwettfahrten musste "patent³" der sehr gut gesegelten "BM-Yachting" mit dem dänischen Segelprofi Mads Christensen den Vortritt lassen, der sich mit einem "Thank you for the hard fight" bedankte. Der Hauptfokus galt jedoch diesmal den Streckenregatten, auf denen dieses Jahr um den Titel der Deutschen Meisterschaft Offshore gekämpft wurde. Allerdings war der Auftakt bei der Regatta nach Eckernförde alles andere als nach dem Geschmack der "patent³"-Crew, denn am Ausgang der Kieler Förde fand man sich am Ende des Feldes wieder. Nach einer Aufholjagd durch einen Gewittersturm konnte sich dann "patent³" im Ergebnis noch den dritten Platz sichern. Zwei anschließende Siege auf der Regatta zurück nach Kiel und der Nachtregatta "Silbernes Band" durch die westliche Ostsee und ein zweiter Platz auf der abschließenden Senatspreis-Regatta führten dann "patent³" zum Gewinn des Offshore-Meistertitels in der Division B der mittleren und kleineren Yachten. Die "patent³"-Crew freute sich, dass "es auch auf der langen Bahn geklappt hat"; denn normalerweise sei man auf den kürzeren Kursen zuhause.

Die Deutsche Meisterschaft Inshore fand im September im Rahmen der Flensburger Fördewoche statt, und auch hier startete "patent³" in der Division B der mittleren und kleineren Yachten. Diese Kurzwettfahrt-Serie bot alles: Starkwind am Donnerstag, wenig Wind am Freitag, kein Wind am Sonnabend und schöne Segelbrise am abschließenden Sonntag. Nach verhaltenem Beginn am ersten Tag konnte sich "patent³" in den Folgetagen in die Spitzenposition schieben und mit einem Sieg am Sonntag morgen alles klar machen. Ein Antreten im letzten Rennen wäre dann gar nicht mehr nötig gewesen, aber auch hier bewies die "patent³"-Crew mit Platz 2 ihre Stärke.

Somit ist es der "patent³"-Crew mit tatkräftiger Unterstützung durch unser Mitglied Karsten Witte als erste Crew in der Geschichte der Deutschen Seesegel-Meisterschaft gelungen, im selben Jahr beide Titel "Offshore" und "Inshore" zu holen.

Noch einen Erfolg konnte die "patent³"-Crew für sich verbuchen: Es wurde nicht nur der erste Platz in der Rangliste ihrer Klasse ersegelt – und dies seit 2006 ununterbrochen –, sondern "patent³" erhält in diesem Jahr auch den "über-alles"-Preis für die beste Yacht in der Jahreswertung über alle Klassen. In der speziellen Rangliste für Langstreckenregatten musste sich "patent³" nur von der Bremerhavener S.Y. "Xenia" von Bernhard Buchwald (Weser Yacht Club Bremerhaven) geschlagen geben.

"patent³" ist eine Yacht vom Typ X-332 sport von der bekannten dänischen Yachtwerft X-Yachts. Wer glaubt, dass es sich dabei um eine Rennziege handelt, irrt. Unter Deck des Performance-Cruisers findet sich eine wohnliche Inneneinrichtung mit allem denkbaren Komfort wie fließendes Wasser, Kühlschrank, Heizung und sogar ein Warmwasserboiler.


Erfolge 2011:

Maibock-Regatta (Travemünde): Beste Yacht nach ORC

Fehmarn-rund: Beste Yacht nach ORC

Nordsee-Woche:
"SE Vibe Out"-Regattaserie: Beste Yacht nach berechneter Zeit über alles
Rund-Helgoland: Beste Yacht nach berechneter Zeit über alles auf der großen Bahn
Helgoländer Acht: 1. Platz in Klasse ORC int. 2

Kieler Woche:
Gewinn der Deutschen Meisterschaft Offshore in Div. B
Kiel-Cup: 2. Platz in Klasse ORC int. 2

Flensburger Fördewoche:
Gewinn der Deutschen Meisterschaft Inshore in Div. B
Blaues Band/Flensburger Pilsener-Cup: 1. Platz in Klasse ORC int. 2

Rangliste:
1. Platz in Klasse 2
2. Platz in der Offshore-Rangliste
Punktbeste Yacht über alle Klassen